Ein sonnengebräunter Mann „in den besten Jahren“ sonnt sich im Freibad. Auf seiner Brust liegt ein goldenes Apple iPhone aus dem leise klassische Musik zu hören ist. Plötzlich erhebt sich Mr. Cool, regelt sein iPhone laut, stellt es auf den Beistelltisch und stolziert den Sprungturm hinauf. Dazu schmettert Arturo Sandoval sein berühmtes Trompetensolo aus „La Virgen de la Macarena“. Dass dieses Musikstück gerne auch zur Huldigung der Matadore in Stierkampfarenen gespielt wird, ist ein Fingerzeig. Mr. Cool fühlt sich nämlich sichtbar wohl in seiner Rolle des Superstars. Er allein bestimmt, was alle Badegäste hören müssen. Er ist der Held, auf den sich spätestens jetzt alle Augen richten. Das Kind, das ihm auf der Treppe entgegen kommt, muss ungebeten seine Sonnenbrille halten. Mr. Cool springt vom Turm, das Wasser spritzt hoch und weit, das iPhone wird nass aber das macht nichts aus, denn es ist spritzwasserfest, so die Werbeaussage, und die Lautsprecher können Stereo, sogar richtig laut.

Mr. Cool aus der Apple-Werbung ist reichlich unverschämt

Andere halten diese Apple-Werbung für cool. Goldenes iPhone und ein sonnengebäunter Kerl, der sich schlechtes Benehmen leisten kann. Will ich das sehen? Nein! Heiße ich das gut? Nein! Ist es erstrebens- oder nachahmenswert, wenn sich ein alter Knacker in der Öffentlichkeit breitbeinig, laut, anmaßend und übergriffig zeigt? Nein! Ist er ein Vorbild für die Jugend? Zweimal Nein! Denn anstatt Rücksicht auf andere Badegäste zu nehmen, dröhnt Mr. Cool alle ungefragt mit seinem Musikgeschmack zu. Stellen Sie sich diese Szene jetzt mit einem pubertären Jüngling vor, wie schnell wäre der Bademeister da zur Stelle. Mit Recht!

Fazit: In einer Zeit, in der es Rücksicht, Toleranz und Emphatie immer schwerer haben, reklamiert Apple für sich und seine Jünger Egoismus pur. Gut ist das nicht.

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