Neulich wurde in Freiburg der Mehrwegbecher für Coffee-to-go eingeführt. Na bitte, geht doch: Kaffeetrinker sind endlich wieder auf dem richtigen Weg! Noch ein, zwei Schritte weiter und sie entdecken wieder wie schön es ist, Kaffee aus echten Porzellantassen zu trinken. Wahrscheinlich nennt man diesen Kaffee dann Retro-Kaffee, aber mir ist alles recht, was die Unsitte mit den Pappbechern eindämmt. Immerhin ist auch Omas frisch gebrühter Filterkaffee inzwischen wieder hochmodern. Zeit, intelligente, Umwelt schonende und akzeptable Alternativen für Pappbecher zu finden. Und höchste Zeit für Konsumenten, aufzuwachen und Verantwortung zu übernehmen für ein System, das völlig aus dem Ruder gelaufen ist.

Coffee-to-go im Pappbecher ist Gewinnmaximierung auf Kosten anderer

Sie werden vielleicht einwenden, der berufstätige Kaffeetrinker hätte es ja grundsätzlich eilig und deswegen müsse er seinen Kaffee draußen im Laufschritt trinken. Ich schreibe absichtlich nicht genießen, denn mit Genuss hat diese Zufuhr von Flüssigkeit ja nichts zu tun. Es hat auch nichts mit Entspannung zu tun oder mit Lust. Kaffee im Pappbecher ist bestenfalls eine Notlösung und immer eine unerfreuliche Unsitte, die viel mit dem Aufstieg von Starbucks zu tun hat.

2002 öffnete die erste Starbucks-Filiale in Berlin und damit begann auch der massenhafte Ausschank von Kaffee in Pappbechern. Die amerikanische Kaffeehauskette und ihre Nachahmer erzielen seither mit Coffee-to-go irrsinnig hohe Gewinne, ohne dabei Rücksicht auf Kaffee-Erzeuger, Umwelt, gesellschaftliche Gepflogenheiten, Steuergesetze, Arbeitnehmergesetze oder Wettbewerber zu nehmen. Warum sollten sie auch, wenn niemand sie ernsthaft in die Schranken weist. Sie verkaufen ihre überteuerte, überzuckerte, mit künstlichen Aromen versetzte Plörre und andere müssen sich um die Müllberge kümmern, Wettbewerber gehen pleite und die Staatskasse muss alles finanzieren, ohne im Gegenzug einen gerechten Anteil an Steuergeldern einzunehmen. Jeder weiß es und jeder, der seinen Kaffee bei Starbucks & Co bestellt, unterstützt damit dieses zutiefst ungerechte System.

Pappbecher vernichten Wälder und Arbeitsplätze

Umweltschützer beklagen hohe Müllberge, die durch To-go-Becher verursacht werden und die von Jahr zu Jahr immer größer werden. Nicht nur das: Pappbecher vernichten auch Arbeitsplätze. Denn wenn Kaffee nicht mehr in echten Tassen serviert wird, muss hinterher auch niemand mehr Spülmaschinen bedienen. So zieht der Einsatz von Pappbechern ungeahnt weite Kreise, bis hin zu Deutschlands Porzellan-Herstellern.

Für mich zeugt der Pappbecher auch vom schlechten Stil des Nutzers. Sicher ist das nur die Meinung einer „ewig Gestrigen“, die Sie getrost ignorieren können. Aber vielleicht interessieren Sie sich ja trotzdem für diese Alternativen:

So trinken Sie unterwegs stilvoll, umweltschonend und sparen bares Geld.

Egal wie gut der Kaffee auch ist, erst am richtigen Ort und mit ein bisschen Zeit wird aus Kaffee auch Genuss und eine Kaffeepause, die diesen Namen auch verdient. Wer dagegen nur durstig ist, sollte sich am nächsten Wasserhahn bedienen. Oder eine Trinkflasche* für unterwegs mitnehmen. Am besten eine Trinkflasche aus Edelstahl oder Glas. Diese gute Idee ist inzwischen auch bei Designern angekommen und bei intelligenten Menschen. Und wer morgens so knapp aus den Federn kommt, dass es nicht mehr für eine Tasse Kaffee im Stehen reicht: Wie wäre es mit Thermoskanne oder Thermosbecher*? Sie kosten nicht die Welt und leisten viele Jahre klaglos ihren Dienst.

Weitere Informationen auch hier:

Utopia: Recup Pfandsystem Coffee-to-go-Becher
Tübinger starten Tü-go-besser-Becher
Utopia: Langlebige Trinkflaschen ohne BPA
Die Welt: So prellt Starbucks die Steuern in Europa
Die Süddeutsche: Starbucks schickaniert Mitarbeiter

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